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Barchfeld wurde am 1. Juni 933 erstmalig urkundlich erwähnt. An diesem Tag tauschte König Heinrich I. die Siedlungen Barchfeld und Breitungen gegen die beiden Orte Burghof und Wiehe an der Unstrut ein. Der Ursprung Barchfeld’ s liegt jedoch in grauer Vorzeit. Beweis hierfür sind Gegenstände aus der Bronzezeit, die in einer nahegelegenen Kiesgrube gefunden wurden. Bis zum Jahre 1387 waren die Herren von Stein alleine Lehnensmannen der Grafen von Henneberg und ebenfalls alleinige Gerichtsherren von Barchfeld. 1694 erhielt der Ort das Marktrecht. Jährlich wurden vier Markttage abgehalten, bei denen heimische und auswärtige Händler und Handwerker ihre Waren anboten.

Schon im Jahre 1566 wohnten Juden, die als Kaufleute und Händler tätig waren, in Barchfeld. Ihr Anteil an der Bevölkerung des Ortes betrug zeitweise über 10 Prozent. Somit hat die jüdische Gemeinde das Bild des Ortes zu wesentlichen Teilen mitgeprägt. Sehenswert ist heute noch der alte jüdische Friedhof mit der am 27. November 1988 eingeweihten Gedenkstätte.

Der älteste Teil des Ortes wurde von der heutigen Salzunger Straße, der Nürnberger Straße und der Wörthgasse umgrenzt. Ein Großbrand zerstörte am 12. September 1749 die Kirche und den rechts des Dorfweihers gelegenen Ortsteil vollständig. Man begann umgehend mit dem Wiederaufbau und bereits drei Jahre später stand an der Stelle des abgebrannten Gotteshauses eine neue, größere und schönere Kirche. Ursprünglich gehörte Barchfeld zur "Mutterkirche" in Breitungen, die eigene "Pfarrkirche" zu Breitungen wird 1521 erstmals erwähnt.

In der Zeit von 1571 bis 1581 wurde das Stein’sche Schloss erbaut, ein Herrensitz im Stil der Renaissance, mit zwei erhöhten Seitenteilen und schlicht verzierten Giebeln. Der seinerseits zum Verlies ausgebaute Turm ist stummer Zeuge grausamer Gerichtsbarkeit, in die Wände dieses mittelalterlichen Gefängnisses hat ein unbekannter Gefangener einzigartige Reliefdarstellungen gekratzt.

Diese kann man nach vorheriger Anmeldung bei der Gemeinde oder dem Heimatgeschichts-Verein betrachten.


Das Schloss der Landgrafen von Hessen entstand zwischen 1690 und 1732. Dieser Bau der Barockzeit wurde in Hufeisenform angelegt.

                                                                                   Stein’sches Schloß
                                                                                                           Foto ca. 1960

In der l. Hälfte des 19. Jahrhunderts versuchte Prinz Ernst von Hessen - Philippstal - Barchfeld durch die Gründung einer Tabak- und Bandfabrik Industrie anzusiedeln, jedoch ohne anhaltenden Erfolg. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts unternahm der Barchfelder Bürger Eduard Reum einen neuen und diesmal erfolgreichen Versuch. Eduard Reum gilt in der Ortsgeschichte als Gründer der Barchfelder Industrie. Die Pallas-Werke entstanden um 1919. Hier produzierte man Fahrradketten, Speichen, Gepäckträger und Zubehör.

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